Gesundheitsnetz Rheingau e.v

Warzen bei Kindern

von Dr.med. Henrik C. Witt

Eine Volkskrankheit stellt sich vor

Warzen sind bei Kindern sehr häufig. Sie werden durch Viren ausgelöst und können durch direkten Körperkontakt oder indirekt über unbelebte Gegenstände, z.B. Türgriffe übetragen werden.. Etwa 1/3 der Grundschüler erkranken an Warzen der Hände oder Füße - doch nur jedes 5. betroffene Kind wird einem Arzt zur Behandlung vorgestellt.
Meist verusacht die Infektion keine Beschwerden. Warzen an den Fußsohlen können durchaus zu Schmerzen und dadurch Fehlbelastungen (Schonhaltung) führen. Bei Warzen im Bereich der Hände sind die Kinder häufig auch Hänseleien der Umgebung ausgesetzt (''Warzenkönig''). In solchen Fällen ist eine ärztliche Beratung angezeigt, obwohl die Spontanheilungsrate bei Warzen innerhalb mehrerer Monate erfreulich hoch ist. Sollten Eltern und Arzt gemeinsam eine Behandlung befürworten, steht bei Kindern der Sicherheitsaspekt im Vordergrund. Eigene Erfahrungen bestehen in der Anwendung Thuja Tinktur. In Form von homöopathischen Komplexpräparaten werden sie sowohl innerlich als auch äusserlich verwendet.

Traditionelle Anwendung findet auch das Betupfen von Warzen mit Schöllkraut, welches daher im Volksmund auch ''Warzenkraut'' genannt wird. Am weitesten verbreitet ist jedoch das Bepinseln der Warzen mit salicylsäurehaltigen Lösungen (als Lack) oder die Vereisungstherapie. Beide Behandlungen wirken etwa gleich gut und führen immerhin bei 75% der Kinder zu einer Abheilung, allerdings ist sind bei der Vereisungstherapie Nebenwirkungen (Schmerzen, Blasenbildung etc.) und Kosten deutlich höher. Bei stark verhornten Warzen werden zunächst Salicylsäurepflaster zum Aufweichen von verhornten Warzen eingesetzt und nach Entfernen des Virusgewebes dann mit einer Salicylsäurelösung nachbehandelt.

Auch die Lasertherapie hat sich in den letzten Jahren zunehmend etabliert. Der Co-2 Laser wird hierbei genutzt, um befallene Hautbereiche gezielt zu vaporisieren (verdampfen). Dies setzt üblicherweise eine lokale Betäubung voraus, was Kinder meist als unangenehm empfinden. Anders arbeiten hier die gepulsten Farbstofflaser und andere Lasersysteme : diese sprechen die Gefäßversorgung der Warzen an und benötigen wegen der geringen Nebenwirkungen auch keine Lokalanästhesie. Bei sehr schweren Fällen kann auch der Einsatz lokaler Immunmodulatoren in Form von Cremes erwogen werden. Diese Substanzen lösen eine körpereigene Abwehrreaktion aus, welche bei optimaler Wirkung zu einer Abstoßung der Warzen führen. Zuletzt sollten kürzlich veröffentlichte Studien nicht unerwähnt bleiben, demzufolge hartnäckiger Warzenbefall möglicherweise mit einem erniedrigten Zinkspiegel im Blut zusammenhängen könnte. In einer vorgelegten Studie verschwanden die Warzen nach sehr hohen Zinkgaben innerhalb 1-2 Monaten, sofern ein Zinkmangel bestand. Allerdings haben solche Behandlungen unter Kontrolle des Zinkspiegels zu erfolgen, da ansonsten eine Überdosierung auftreten kann.

Zusammenfassend besteht ein vielfältiges Arsenal an Behandlungen von Warzen bei Kindern. Grundsätzlich sind abwartendes Vorgehen und leichtere Methoden zu bevorzugen. Die aufwendigeren Therapien in hartnäckigen  Fällen bedürfen neben einer guten ärztlichen Begleitung  in jedem Fall immer auch Geduld.

Dr.med. Henrik C. Witt, Hautarzt, 65366 Geisenheim

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